HEIZEN MIT BIOMASSE – WÄRME AUS STROH & CO
Hallo! Ich bins, der Nasi – Korkischs neugieriges Patenkind.
Und ich erzähl euch jetzt, wie aus früher wertlosen Ernteabfällen ein kostbarer Rohstoff wird,
der sich ganz toll zum Heizen eignet.
Biomasse ist sowas wie in Pflanzen gespeicherte Sonnenenergie. Beim Wachsen wandelt die Pflanze mit der Energie des Sonnenlichts das Kohlendioxid (CO2) aus der Luft in organisches Material um (Holz, Gras, Blumen etc.). Wird dieses dann verbrannt, wird die gespeicherte Energie und das CO2 wieder frei. Weil dabei aber nie mehr CO2 rauskommt, als die Pflanze im Laufe ihres Lebens aufgenommen hat, sagt man: „Biomasse verbrennt CO2-neutral“.
Die Nutzung von Biomasse zu Heizzwecken ist also ein aktiver Beitrag zum Umweltschutz – auch weil die natürlichen Rohstoffe wieder rasch nachwachsen. Deshalb spricht man bei Biomasse auch von erneuerbarer Energie (im Gegensatz zu fossilen Energieträgern wie Kohle, Erdöl und Erdgas).
Die Entscheidung für ein Biomasse-Heizwerk, egal wie klein es ist, hat aber noch weitere positive Effekte:
- Das Heizmaterial wird in unmittelbarer Nähe „produziert“, das garantiert kurze Wege – so bleiben die Transportkosten niedrig und die CO2-Emissionen werden noch weiter gesenkt.
- In der Umgebung werden Arbeitsplätze geschaffen bzw. erhalten, die Wertschöpfung bleibt in der Region – es gibt weniger Gründe für Firmen und Einwohner, in Ballungszentren abzuwandern.
- Die Konsumenten der „Bio-Fernwärme“ sind unabhängig von fossilen Brennstoffen und den Preisspekulationen am Erdöl- und Erdgas-Sektor.
Und so funktioniert die Verbrennungsanlage, die Stroh zu Wärme verwandelt:
Im Bild siehst du, wie das Heizwerk, wie es zum Beispiel in Seibersdorf steht, aufgebaut ist.
Mit einem Klick auf das Bild kannst du es vergrößern und siehst alles ganz genau. 
- Landwirte liefern das Stroh von den umliegenden Feldern in 450 kg schweren Paketen („Hesston-Ballen“) zum Heizwerk, wo diese eingelagert werden.
- Ein vollautomatischer Greifer holt das Stroh – je nach Heizbedarf – aus dem Lager und legt es auf ein Förderband, das zu einem Häcksler führt.
- Eine Förderschnecke bringt das zerkleinerte Stroh dann in den Ofen, wo es im Biomassekessel verbrannt wird.
- Das bei der Verbrennung entstandene heiße Abgas wird im Rauchgasfilter von Asche und Staub gereinigt.
- Danach wird das Rauchgas im Kondensator abgekühlt und über den Schornstein nach außen transportiert. Die entzogene Wärme geht aber nicht verloren, sondern kommt über den Wärmetauscher wieder in die Anlage zurück und gelangt schließlich in die Fernwärme-Leitung.
- Die verbleibende Asche wird an mehreren Stationen der Anlage gesammelt und kehrt als Dünger auf die umliegenden Felder zurück. Damit schließt sich der entstandene Kreislauf.
Ich machs kurz:
Im Märchen wird Stroh zu Gold, im echten Leben wird Stroh zu Wärme – und das ist ja auch nicht gerade schlecht ...
